Merkmale

Auf den ersten Blick könnte man sie wirklich für Tomaten halten: Form, Farbe und Größe stimmen überein. Erst beim Reinbeißen merkt man den Unterschied: Kaki (auch Lotuspflaume, Honigapfel, Dattelpflaume, Sharonfrucht oder Persimmon genannt) schmeckt zuckersüß und unverkennbar exotisch. In Tropenländern wird diese Frucht nicht nur wegen ihres exezellenten Geschmacks, sondern auch wegen ihrer hohen Erträge angebaut.

Kaki kaufen oder selbst ziehen

Wenn ihr ein Kaki-Bäumchen von 80 bos 120 cm Höhe kauft, wird dieses wahrscheinlich bereits im nächsten Jahr Früchte tragen. Es gibt natürlich auch höhere Bäumchen/Sträucher mit Höhen von 130 bis 150/160 cm; sie zeigen jedoch recht häufig Schwierigkeiten beim Anwachsen. Ich würde also aus eigener Erfahrung zu einem Bäumchen von etwa einem Meter Höhe raten. Alle bei uns erhältlichen Pflanzen sind bereits veredelt.

Selbstverständlich kann man ein Kaki-Bäumchen auch selbst aus Kernen ziehen; es wird aber wahrscheinlich keine Früchte tragen, da es eben nicht veredelt ist. Jede Frucht kann bis zu 8 Kerne enthalten, etwa kürbiskerngroß und mittelbraun bis dunkelbraun (Ich habe euch dazu extra mal Fotos eingestellt).
Wer es trotzdem mal versuchen möchte: Von mehreren Kernen einer reifen Kaki-Frucht das Fruchtfleisch komplett entfernen (notfalls mit einer festen Bürste), Kerne im Wasserglas etwa 2 Tage einweichen und dann gleich in Pflanzerde stecken. Ich selbst mache mir diese Arbeit kaum, sondern stecke die Kerne direkt in die Erde. Schön feucht halten, dann keimen sie normalerweise innerhalb von 4 bis 6 Wochen. Auch ohne Früchte sind Kaki-Bäumchen wunderschön und hochdekorativ.

Die Blätter verströmen ebenfalls einen leichten Duft. Kaki-Bäumchen blühen gelblich-weiß, ähnlich Kirschblüten, die Baumform selbst ähnelt Apfelbäumen.
Falls jemand selbst propfen möchte: Edelreiser ohne Blütenknospen aus der Oberkrone entnehmen, etwa drei Zentimeter langen Schrägschnitt ansetzen und mit Bast auf Unterlage fixieren. Das ist dann aber schon eher etwas für Profis.

Kaki-Früchte

Kaki-Früchte sind orange bis rot. Der lateinische Namen Diospyros bedeutet Götterfrucht; und das ist sie wirklich. Kaki-Bäume zählen zu den Ebenholzgewächsen, stammen aus Asien und werden dort seit über 2000 Jahren kultiviert. Je nach Sorte können Kaki-Früchte weich oder fester sein. Es existiert ebenfalls die Sorte „chocolate“ (auch „rama“ genannt), welche einen schokoladigen Geschmack hat und auf Schale wie auch im Fruchtfleisch sanfte bräunliche Streifen aufweist. Diese Sorte ist jedoch in Deutschland kaum erhältlich. Dunkle Fruchtfleischflecken entstehen durch extrem hohen Zuckergehalt.

Unreife Früchte hinterlassen ein adstringierendes Gefühl im Mund und rutschen verdammt schlecht im Hals; besser vermeiden. Dies liegt übrigens am sehr hohen Tanningehalt, der jedoch mit zunehmender Fruchtreife immer weniger wird. Aufgrund der recht festen, aber essbaren Schale, kann übermäßiger Kaki-Genuss zu Verstopfung führen. Ich möchte noch erwähnen, dass Kaki sehr viel Provitamin A enthalten, dazu Ballaststoffe, Flavonoide und Antioxidantien (Polyphenole) und gesundheitlich deshalb sehr wertvoll sind. In den Heimatländern schätzt man diese Früchte ferner als fiebersenkend, blutdrucksenkend, verdauungsfördernd und magenstärkend. 100 Gramm Frucht haben lediglich 75 Kalorien.

Als Hauptanbaugebiete gelten China, Japan, Korea und Israel. Geschmacklich sind Kakis schwer zu beschreiben, eben sehr süß und Richtung Honigmelone/Pfirsich/Feige. Ich schneide Kaki gern im Viertel, man kann sie aber auch auslöffeln wie Kiwis.
Falls euch nach der Ernte wirklich noch welche von diesen absolut leckeren Früchtchen übrigbleiben sollten, könnt ihr Marmelade, Desserts und Likör daraus machen.
Wir verzehren die Früchte direkt vom Baum noch am selben Tag, denn sie sind sehr empfindlich und kaum transportierfähig.

Wer Früchte selbst zieht, wird beim ersten Mal erstaunt feststellen müssen, dass diese erst dann reif sind, wenn fast alle Blätter schon abgefallen sind im Herbst.

Mein Caquizeiro

Euer „Caquizeiro“ (Kakibaum/Kakistrauch) verträgt Sonne wie auch Halbschatten und ist am glücklichsten, wenn er warm und nicht allzu feucht steht. Wind sollte möglichst vermieden werden, ebenso schwere Böden.

Bitte setzt euer Kakibäumchen unbedingt gleich im ersten Jahr an seinen endgültigen Standplatz; diese Pflanze möchte nicht allzu oft umgesetzt werden. Um ein Umsetzen hinauszuzögern oder zu vermeiden, kann man einfach die oberste Erdschicht im Topf ein wenig abtragen und mit neuer Erde auffüllen. Im Garten erhalten meine Caquizeiros lediglich „hausgemachten“ Kompost, da ich kaum mit Chemikalien oder Fertigdünger arbeite.

Bei Kübelpflanzen würde ich ebenfalls einfach eine Handvoll Kompost geben; wer bevorzugt, kann natürlich auch Düngerstäbchen oder Flüssigdünger einsetzen. Pferdemist oder Hornspäne funktionieren ebenfalls prima.
Als Kübelpflanze ist Kaki sind bedingt geeignet, denn es bildet sich eine Pfahlwurzel, die sehr tief gehen kann. Solltet ihr beim Umsetzen diese lange Wurzel beschädigen, kann das Bäumchen dürr werden und bald darauf eingehen. Beim Einsetzen sollte das Pflanzloch mindestenst zweimal so groß sein wie der Wurzelballen; ich hebe immer vorsichtshalber dreimal zu groß aus. Unten gebe ich etwas Kiesel oder Sand rein, damit die Wurzel nicht feucht steht. Zum Schluss am besten noch einen oder zwei Stützpfähle dazugeben. Ich schlämme gerne etwas ein, damit sich in der Erde keine Luftlöcher (Schimmelgefahr!) bilden und gebe noch eine Laubschicht obendrauf.

Im ersten Jahr könnt ihr einen Winterschutz/Frostschutz mit Reisig, Laub oder Stroh bereiten. Ab dem zweiten Jahr ist das nicht mehr nötig!